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Willkommen im Büro der Zukunft – „Huhu“ inklusive

Mal ehrlich: Was ist eigentlich mit den Menschen in den Büros heutzutage los?
Da sitzt du am Rechner, willst deine Arbeit machen – und dann ploppt eine neue Mail auf. Kein „Hallo“, kein „Guten Tag“, nicht mal ein neutrales „Hi“. Stattdessen: „Huhu“.

Und ich frage mich jedes Mal: Bin ich hier im Kindergarten oder im Büro?
Gefühlt jede zweite Mail in letzter Zeit startet mit diesem Geräusch, das klingt, als würde jemand vom Baum winken und auf seine Katze warten. Locker, süß, freundlich gemeint – klar. Aber in Wahrheit einfach nur nervig.

Denn hinter einem „Huhu“ steckt nie etwas Gutes. Meistens kommt danach ein:

  • „… kannst du mir mal eben helfen?“
  • „… hast du die Zahlen schon fertig?“
  • „… ich bräuchte noch ganz dringend …“

Kurz gesagt: „Huhu“ ist die Tarnkappe für Arbeit, die man dir gerade zuschiebt.


„Hihi“ – das süßlichste Problem von allen

Kaum hat man das „Huhu“ überlebt, wartet am Ende der Mail schon die nächste Falle: „Hihi“.

„Hihi“ ist die schriftliche Version von einem unsicheren Lacher, wenn jemand merkt, dass er gerade Mist gebaut hat. Und im Büroalltag bedeutet das: Jemand versucht, einen Fehler runterzuspielen.

  • „Hab die Datei leider gelöscht, hihi.“
  • „Bin schon wieder zu spät, hihi.“
  • „Hab die falsche Abteilung angeschrieben, hihi.“

Das Problem: Dieses „Hihi“ soll die Situation leichter machen, macht sie aber schwerer erträglich. Es ist wie ein Emoji, das über eine brennende Mülltonne geklebt wird. Ja, es lächelt – aber es brennt trotzdem.


Wenn die Mail zur WhatsApp-Gruppe wird

Früher war Bürokommunikation noch klar und simpel:
„Sehr geehrter Herr XY“ – Nachricht – „Mit freundlichen Grüßen“. Zack, fertig. Seriös, professionell, kein Platz für Gefühlsduselei.

Heute sieht das anders aus:
„Huhu, na, alles gut?“ → drei Smileys → halbfertige Infos → „hihi“.
Eine Mail, die eigentlich kurz und informativ sein sollte, liest sich plötzlich wie eine WhatsApp-Nachricht aus der Clique.

Die Grenze zwischen Beruf und Freizeit verschwimmt. Und nein, das macht die Arbeit nicht angenehmer – sondern einfach nur chaotischer.


Warum das Ganze nervt

Es geht gar nicht darum, dass man locker sein darf. Locker ist gut, Humor ist gut. Aber wenn jede geschäftliche Nachricht klingt wie ein Teenie-Chat, verliert das Ganze irgendwann seine Wirkung.

Ein „Huhu“ wirkt nicht freundlich, sondern anbiedernd. Ein „Hihi“ macht Fehler nicht charmant, sondern verantwortungslos. Und am Ende bleibt die Frage: Können wir bitte wieder erwachsen schreiben?


Fazit: Weniger Huhu, mehr Haltung

Ich habe nichts gegen freundliche Kommunikation. Aber es gibt einen Unterschied zwischen locker und lächerlich.

  • „Hallo“ reicht.
  • „Viele Grüße“ reicht auch.
  • Wer wirklich witzig sein will, soll’s bitte beim Feierabendbier probieren – und nicht in einer Mail, die drei andere Leute noch in CC bekommen.

Also: Weniger Huhu, weniger Hihi.
Mehr Klarheit, mehr Haltung. Alles andere nervt einfach nur.


Das war’s für heute. Morgen ärgern wir uns wieder gemeinsam. In diesem Sinne.


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