Kennt ihr diese Leute, die einem wirklich ihr halbes Leben per Sprachnachricht um die Ohren hauen?
Und das nicht kurz, 20 Sekunden, nein – drei Minuten Minimum.
Da stelle ich mir die Frage: Was stimmt mit euch nicht?
Wenn ihr mich zum Kaffee treffen wollt, dann schreibt doch einfach:
„Kaffee? Morgen? Ja oder Nein?“
Fertig. Ende der Geschichte.
Sprachnachricht oder Podcast?
Aber nein. Stattdessen bekomme ich halbe Hörbücher.
Da wird erstmal erklärt, wie stressig die Woche war. Dann, dass der Hund schon wieder Durchfall hat. Und als Bonus: Tante Gisela hat mal wieder Kartoffelsalat gemacht.
Ja, super. Vielleicht ist das sogar der Grund dafür das es deinem Hund nicht gut geht. Aber sorry, das wollte ich gar nicht wissen.
Ich wollte doch nur wissen, ob wir uns morgen sehen. Mehr nicht.
Drei Minuten Gefangenschaft
Drei Minuten klingen harmlos. Sind sie aber nicht.
Du drückst auf Play – und zack, bist du gefangen in der fabelhaften Welt der Amelie oder Kevin oder wie auch immer gerade der Erzähler heißt.
Skippen? Fehlanzeige. Auch scannen wie bei einem Text ist nicht möglich. Jede verdammte Sekunde musst du dir reinziehen.
Und wehe, du hörst nicht aufmerksam zu. Dann kommt: „Hab ich dir doch gesagt… in der Sprachnachricht.“
Ja, kann sein. Vielleicht hab ich das zwischen „Muttis Schokopudding“ und dem platten Reifen vom Sohn des Nachbarn überhört.
Sorry, mein Fehler.
Lösung? Easy.
Schreibt mir einen Text.
Kurz.
Kaffee? Morgen? Ja oder Nein?
Zwei Zeilen – und wir sind alle glücklich.
Alles andere ist keine Kommunikation mehr, sondern Geiselnahme mit Play-Knopf.
Das war’s für heute. Morgen ärgern wir uns wieder gemeinsam. In diesem Sinne.


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