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Es weihnachtet sehr. Zumindest bei den meisten.
Oder… nicht?

Früher, als ich ein Kind war, war Weihnachten die tollste Zeit im Jahr. Direkt nach meinem Geburtstag natürlich. Alles war geschmückt, überall Lichter, überall dieses warme Gefühl, dass jetzt eine besondere Zeit beginnt. Und aus wirklich jeder Ecke kam irgendein Weihnachtslied. Meistens Last Christmas. Das war schon damals nicht besonders toll… aber das ist ein anderes Thema.

Der Geruch von gebrannten Mandeln, Lebkuchen, Glühwein überall. Und egal, wo man hingelaufen ist, man wurde sofort in Weihnachtsstimmung katapultiert. Das war einfach toll.

Und heute?

Im Prinzip ist vieles noch wie früher. Die Deko hängt immer noch, die Weihnachtsmärkte stehen immer noch, und Last Christmas läuft auch noch. Im Zweifel sogar öfter als früher.
Aber wir sind anders geworden. Weihnachten verändert sich nicht wirklich. Wir tun es.


Weihnachten als Erwachsener: weniger Magie, mehr Stress

Als Kind ist Weihnachten pure Vorfreude.
Als Erwachsener ist Weihnachten ein Pflichtveranstaltung im Kalender.

Die Leute hetzen durch die Innenstadt, von Laden zu Laden, mit einer Mischung aus Panik und Pflichtbewusstsein. Alle wollen „noch schnell“ dieses eine Geschenk für Tante Gisela besorgen. Weil klar: Tante Gisela schenkt dir wieder einen 50-Euro-Pullover, den du nie tragen wirst. Und natürlich brauchst du jetzt etwas Gleichwertiges. Man will ja nicht unhöflich wirken.

Und als Krönung hört man als Erwachsener wieder Last Christmas, zum ungefähr 437. Mal. Aus irgendeinem übersteuerten Lautsprecher, der seit 2006 nicht mehr repariert wurde. Das Lied ist übrigens immer noch das Problem… aber gut, anderes Thema.


Was früher magisch war, ist heute Organisation

Früher hat man Schnee gesehen und sich gefreut.
Heute sieht man Schnee und denkt: „Super. Verkehrschaos.“

Früher hat man Geschenke bekommen.
Heute hat man Budgetgrenzen und Familiengruppen auf WhatsApp, in denen niemand weiß, was er kaufen soll, aber alle trotzdem irgendwie etwas kaufen müssen.

Früher war Weihnachten gemütlich.
Heute ist Weihnachten Arbeit.

Und trotzdem irgendwo tief drin freut man sich noch. Nur anders. Nicht mehr kindlich-magisch, sondern… erwachsen-überfordert. Weihnachten fühlt sich weniger nach „Ho Ho Ho“ an und mehr nach „Warum ist der Dezember eigentlich immer ausgebucht?


Warum wir Weihnachten trotzdem lieben

Trotz allem:
Trotz Stress.
Trotz Geschenkdruck.
Trotz Last Christmas in Dauerschleife.

Irgendwo bleibt dieses kleine warme Gefühl, das sagt:
„Ja, es ist viel. Aber es ist schön, dass wir’s noch machen.“

Weil Weihnachten am Ende nicht von Lichtern, Märkten oder Liedern lebt
sondern davon, dass wir einmal im Jahr kurz langsamer machen.
Zumindest theoretisch. Praktisch… naja. Wir arbeiten noch dran.


Fazit: Weihnachten verändert sich nicht. Wir tun es

Vielleicht ist das der eigentliche Punkt:
Weihnachten ist gleich geblieben.
Aber wir haben uns weiterentwickelt.
Und plötzlich fühlt sich das Fest anders an, obwohl alles noch da ist.

Vielleicht ist das Erwachsensein.
Vielleicht ist das Realität.
Vielleicht liegt’s auch einfach nur an diesem verdammten Lied.


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