Lesedauer 2 Minuten

Ein neuer Trend: Paketboten auf Speedrun

Früher hat der Postbote noch geklingelt, gewartet, das Paket übergeben – und vielleicht sogar ein „Schönen Tag noch“ hinterlassen.

Heute scheint sich in der Branche ein neuer Wettbewerb etabliert zu haben: Wer ist am schnellsten wieder zu Hause – egal, ob Pakete zugestellt werden oder nicht.

Motto: „Morgen, morgen, nur nicht heute…“


Die „besonderen“ Fahrer eines US-Giganten

In meiner Heimatstadt gibt es einen klaren Spitzenreiter: Die Fahrer eines gewissen, sagen wir mal… „lächelnden Logistikriesen aus Seattle“.
Klingt bekannt? Genau der.

Diese besondere Gattung von Fahrern hat das Arbeitsmodell „Paketbote“ neu interpretiert – als olympische Disziplin im Speedrunning.


Mein Erlebnis: Prime-Zustellung… aber nur für den Fahrersitz

Ich bestelle regelmäßig bei diesem Warendienstleister – ja, das mag dem lokalen Einzelhandel nicht gefallen, aber es ist nun mal bequem.

An diesem Tag war ich im wohlverdienten Urlaub. Zuhause. Am PC.
Prime-Bestellung – Lieferung garantiert am nächsten Tag. Alles perfekt.

Die Klingel geht.
Ich renne zur Tür (erster Stock), werfe noch schnell einen Blick auf meine Klingelkamera – der Lieferwagen steht da, der Fahrer auch.
Nur das Paket? Fehlanzeige.

Stattdessen Handy in der Hand. Kein Pappkarton, kein Umschlag – nur die digitale Abkürzung zur „Zustellung nicht möglich“-Meldung.


Von „Klingel“ zu „Weg“ in unter 5 Sekunden

Bevor ich überhaupt die Chance hatte, die Tür zu öffnen, saß der Mann schon wieder hinterm Steuer.
Vollgas vom Hof.

Drei Minuten später die Push-Nachricht:

„Paket konnte nicht zugestellt werden – Empfänger nicht angetroffen.“

Für einen kurzen Moment zweifle ich an meiner eigenen Existenz.
Bin ich vielleicht gar nicht zu Hause?
Doch der Blick auf meinen Schlafanzug beruhigt mich – doch, ich bin definitiv in meinen vier Wänden.


Das Problem dahinter

Es geht hier nicht um Bequemlichkeit.
Es geht um Respekt vor der Arbeit und vor den Kunden.

Zwei Minuten warten? Keine Option.
Lieber den nächsten Stopp anfahren, damit die Statistik stimmt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne des Unternehmens ist – aber offenbar im Sinne einiger Fahrer.


Fazit: Wenn der Postbote zur Urban Legend wird

Vielleicht wird die nächste Generation Kinder irgendwann gar nicht mehr wissen, dass man Pakete auch persönlich entgegennehmen kann.

„Damals, Kinder, da hat der Postbote noch gewartet!“

Bis dahin bleibe ich wohl weiter im Trainingslager: 100-Meter-Sprint von meinem PC zur Tür – in der Hoffnung, eines Tages schneller zu sein als der Mann im lächelnden Lieferwagen.


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Eine Antwort zu „5 Sekunden geklingelt – und mein Paket war Geschichte“

  1. Avatar von Isso25
    Isso25

    Ich kann das. Nur bei uns ist es nicht Amazon sondern der nette Herr von Hermes. Manchmal wirft er die Pakete auch einfach nur vor die Tür oder in den Garten. Obwohl wir zuhause sind. Traurig

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