Die Begegnung, die mich zum Nachdenken brachte
Gestern kam ich ins Gespräch mit einem – sagen wir mal – Herrn mittleren Alters. Nach kurzem Smalltalk über die aktuellen Chancen des KSC in der 2. Liga und den eher bescheidenen Sommer 2025, landeten wir schnell bei einem dieser Themen, die die Nation in den letzten Jahren immer mehr spalten: Politik.
Natürlich starteten wir mit der Weltpolitik: Ukrainekrieg, Gazastreifen. Schon hier merkte ich, dass mein Gegenüber argumentativ nicht ganz sattelfest war. Sätze wie:
„Bei uns würde so viel besser laufen, wenn wir endlich mal eine ordentliche Regierung hätten“
ließen erahnen, wohin die Reise gehen würde.
Etwa fünf Minuten lang prasselte der AfD-Hype-Quatsch auf mich ein. Irgendwann sagte mein Hirn:
„Bro, was tust du mir da an? C’mon! Do something!“
Wenn Argumente plötzlich knapp werden
Also fing ich an, Thesen zu analysieren und einige zu widerlegen. Nach weiteren fünf Minuten war das Gespräch vorbei – keine Überraschung. Ehrlich gesagt habe ich selten jemanden mit dieser Ideologie getroffen, der lange in einen Diskurs gehen kann, weil einfach die Argumente fehlen.
Zum Abschied kam dann der Satz:
„Ey, wenn du keine anderen Meinungen akzeptieren kannst, dann diskutiere nicht mit anderen.“
Und genau da sind wir beim Kern dieses Artikels: Meinungsfreiheit.
Was Meinungsfreiheit in Deutschland wirklich bedeutet
Ich liebe unser Land, weil hier jeder seine Meinung sagen darf – solange er dabei niemanden beleidigt oder diskriminiert. Dieses oft gehörte „Man darf ja gar nichts mehr sagen“ ist schlicht falsch.
Was viele eigentlich meinen: „Ich will meine Meinung sagen, ohne dass mir jemand widerspricht.“
Aber Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass dir niemand widersprechen darf.
Es bedeutet nur, dass der Staat dich dafür nicht bestrafen darf.
Wenn ich dir sage:
- „Das ist falsch“
- „Das ist menschenverachtend“
- „Das ist rassistisch“
…dann ist das keine Zensur, sondern Diskurs. Genau den, den du angeblich willst – nur eben nicht, wenn dir der Gegenwind nicht passt.
Warum Widerspruch kein Angriff auf deine Meinung ist
Wer Kritik als Einschränkung empfindet, war nie an Debatten oder Demokratie interessiert.
Das Problem ist nicht, dass du deine Meinung nicht sagen darfst.
Das Problem ist, dass deine Meinung nicht die einzige ist, die gehört wird.
Wenn die Mehrheit zum Beispiel sagt, dass du nicht mehr das N-Wort sagen sollst, ist das kein Angriff auf deine Freiheit – es ist Fortschritt.
Ganz ehrlich: Das ist nicht das Problem der Gesellschaft.
Das ist dein persönliches Problem.
Was keine Meinung ist – sondern schlicht falsch
Nicht alles, was du „Meinung“ nennst, ist auch eine.
- „Ich mag keinen Kaffee“ → Meinung.
- „Ich finde Äpfel leckerer als Birnen“ → Meinung.
- „Der Klimawandel existiert nicht“ → Keine Meinung, sondern falsch.
- „Die arische Rasse ist überlegen“ → Rassistisch und dumm.
Wenn du trotzdem glaubst, das sei „deine Meinung“, dann brauchst du keinen Diskurs und schon gar keine Bühne.
Du brauchst Aufklärung.
Fazit: Diskurs heißt, dass du Gegenwind aushalten musst
Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut.
Aber sie ist kein Schutzschild gegen Widerspruch – und schon gar nicht eine Einladung, menschenverachtenden Unsinn ohne Konsequenzen rauszuposaunen.
Diskurs heißt, dass du Gegenwind aushalten musst. Komm damit klar.


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